Wie so oft kam mir dieses schöne Stück Lärchenholz während einer Bergexpedition in die Hände. Auf der Seiser Alm, bei einem entspannten Nachmittagsspaziergang, entdeckte ich eine umgestürzte Lärche. Zum Glück kannte ich die Grundbesitzer, und so durfte ich ein schönes Stück für meine Arbeiten mitnehmen. Das war aber erst die „Ernte“.
Nach längerer Zeit in meinem Lager reifte die Idee, eine Scheibe vom Stamm abzutrennen und sie als Grundlage für eine Uhr zu verwenden. Die außergewöhnliche Form, die interessante Maserung und vor allem die morschen Stellen schienen ideal zu sein.
Zwei Leitmotive begleiteten mich: den Zustand des Holzes zu konservieren und zu festigen, und zugleich durch zusätzliche Elemente auf die Herkunft hinzuweisen.
So entstand das Ziffernblatt aus Stahl, das im unteren Bereich die Berge abbildet, denen der Baum zu Lebzeiten gegenüber gestanden ist. Die handwerkliche Gravur lässt die Berge fast dreidimensional wirken. Um das Holz zu schützen und zu stabilisieren, habe ich das Werk mit einer feinen Epoxidharz-Schicht versehen.
So entstand ein detailreiches Stück, in dem Materialität und Form miteinander verschmelzen und ein harmonisches Ganzes bilden. Lang und Plattkofel sind dezent, aber eindeutig zu erkennen – eine Hommage an den Standplatz der Lärche.
„Auszeit“ fängt den Bergmoment für mich ein; das Wortteil „Aus“ erinnert mich zugleich an das Absterben des Baumes, während die „Zeit“ Raum für Neues lässt.



